
Januar 2026
Mit dem Jahresthema «Wasser – gefasst und verteilt» wird die Wasserversorgung früher und heute im Museumsjahr 2026 vielschichtig beleuchtet. Als Objekt des Monats macht der Wasserhahn in Maries Küche den Auftakt zu diesem spannenden Thema.

Fliessendes Wasser im Haus war früher keine Selbstverständlichkeit! Marie und August Umbricht, die letzten Bewohner dieses Bauernhauses, holten noch bis in die 40er Jahre das benötigte Wasser am Brunnen vor dem Haus. In eigens dazu verwendeten Krügen wurde das Wasser zum steinernen Ausgusstrog ("Schüttstein") in die Küche getragen. Hier wurde das Wasser sparsam verwendet – zu anstrengend war schliesslich dessen Beschaffung. Welch grosse Errungenschaft, als nach dem zweiten Weltkrieg ein Wasserhahn mit fliessendem Wasser in der Küche erstellt wurde! Aus heutiger Sicht lässt uns vielleicht die niedrige Höhe des Steintroges imaginäre Rückenschmerzen hervorrufen… sobald man jedoch das stattliche Gewicht der schweren Töpfe und Pfannen mit einbezieht, macht das Ganze wieder Sinn. Für Marie und August war es ein Meilenstein, nun Wasser «unbeschränkt» zur Verfügung zu haben. Erst viele Jahre später wurde bei den Häusern ein Wasserzähler montiert und eine kleine Wassergebühr erhoben. Dies konnte Marie nicht verstehen… sie war nicht bereit, für Wasser Geld zu bezahlen und entschied sich, das Wasser nun wieder am Brunnen zu holen...




